Adolf Pankler – Eine Odysee am Ende des I. Weltkrieg

Adolf Pankler
Adolf Pankler 1984

Die folgenden Ausführungen basieren auf einem von Adolf Pankler (mein Großvater mütterlicherseits M.H.) in den 50-er Jahren des vorigen Jahrhunderts handschriftlich verfassten Lebenslauf.

Kindheit und Jugend
Adolf Pankler wurde am 19. März 1893 als 5. Kind des Stellmachermeisters und Landwirts Christoph Adolf Patzkowski und seiner Ehefrau Marie geb. Piekarek in Groß Dembowitz (Eichenau) Kreis Neidenburg / Ostpreußen geboren (Der Familienname Patzkowski wurde auf seinen Antrag in den Familiennamen Pankler geändert). Bei der Taufe in der ev. Kirche Jedwabno (Gedwangen) erhielt er die Vornamen Adolf Christoph. Von seinem 6. Lebensjahr an besuchte er die einklassige Volksschule in Dembowitz (Eichenau). In seinem 17. Lebensjahr begann er eine Lehre als Stellmacher beim Stellmachermeister Friedrich Lux in Neu-Borowen (Buschwalde) der neben seiner Stellmacherwerkstatt auch eine Gastwirtschaft hatte. Er kam in eine kinderreiche Familie mit 12 Kindern (11 Töchter und 1 Sohn). Nach dreijähriger Lehrzeit von Juni 1909 bis Juni 1912 legte er vor einer Prüfungskommission in Ortelsburg / Ostpreußen seine Gesellenprüfung ab. Bürgermeister Mey / Ortelsburg war Vorsitzender der Prüfungskommission. Etwa Juli 1912 trat er bei Stellmachermeister Johann Schwidder / Passenheim Kreis Ortelsburg als Geselle ein. Sein Wochenlohn betrug damals 12,- Mark. Dazu hatte er freie Station d. h. Essen und Wohnung. Samstag war damals kein freier Tag sondern wie jeder andere „Arbeitstag“.

Im ersten Weltkrieg
Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges musste er sich am 2. August 1914, dem 1. Mobilmachungstag, beim Generalkommando in Allenstein stellen. Er wurde dem Stab der 37. Infanterie Division zugeteilt, die ihr Hauptquartier in Allenstein hatte und in der Schlacht bei Tannenberg gegen das russische Heer kämpfte. Der Divisionsstab hielt sich damals in Frontnähe auf. Adolf Pankler hat miterlebt wie das geschlagene russische Heer in einer unübersehbaren Kolonne von 90000 Gefangenen, an der Spitze die Generäle, auf dem Gelände bei Hohenstein angetreten stand. Im weiteren Verlauf des Krieges war die 37. Infanterie Division zunächst an der Ostfront im Einsatz. Im Juni 1915 wurde er dem 2. Batallion Reserve Infanterie Regiment 227 zugeteilt. Das lag damals in Galizien, wo heftige Kämpfe stattfanden. Im August kam das Regiment an die Front nach Serbien. Der Batallionsführer Major von Bünau wurde im November 1915 hinter dem Moravatal schwer verwundet. Adolf Pankler begleitete ihn auf seiner Rückführung per Schiff auf der Donau und nach der Anlandung hinter Belgrad mit einem Lazarettzug nach Allenstein, wo der Major seine Wohnung und Familie hatte. Wieder in Allenstein angekommen wurde er dem Ersatz Batallion Infanterie Regiment 150 zugewiesen und erlebte die Weihnachtsfeiertage in der Kaserne.

Weihnachten 1915 in Allenstein

Im Dezember 1915 in Allenstein
2. Reihe von oben, 2. von links: Adolf Pankler

Anfang Februar 1916 ging es an die Ostfront vor Dünaburg in Lettland. Am 30. Juli wurde er am Fluß Stochot (Wolhynien – Ukraine) durch einen Gewehrsteckschuss am linken Oberschenkel verwundet. Über 3 Monate verbrachte er nun im Lazarett in Fürstenwalde an der Spree und im Sanatorium in Saarow. Nach einem Erholungsurlaub kam er wieder zum Ersatz Batallion 150 in Allenstein.

Im Februar 1917 ging es mit dem Reserve Infanterie Regiment 59 an die Front vor Riga. Beim weiteren Vormarsch in Lettland erhielt er bei der Ortschaft Wangasch durch eine Maschinengewehrkugel einen Streifschuss und kam ins Feldlazarett. Etwa 14 Tage dauerte der Lazarettaufenthalt.

April 1917 in Mitau

Im April 1917 in Mitau (Lettland)
Adolf Pankler (links) mit seinem jüngsten Kameraden.

Ab Anfang November 1917 wurde das Regiment an die Westfront verlegt. Anfangs zu Stellungskämpfen in der Champagne. In der Schlussphase des I. Weltkrieges kämpfte es in diversen Abwehrschlachten u. a. in der Abwehrschlacht zwischen Cambrai und St. Quentin. Hier geriet er am 18. Sept. 1918 in englische Kriegsgefangenschaft.

Was dann folgte in seinen eigenen Worten:

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